Veröffentlicht am: Do, 28 Aug, 2014
Break Dance No1

Break Dance No.1

Heute widmen wir uns einer speziellen Art von Fahrgeschäft, dass in vielen Parks, aber auch auf Reisen sehr bekannt ist. Wir sprechen hier von dem „Break Dance“, welchen es in mehreren Ausführungen gibt.

Zum einen, als Break Dance No.1 – welcher mit 16 Gondeln ausgestattet ist, aber zum anderen auch der zweite der Reihe, der sogenannte Break Dance No.2 – welcher mit 24 Gondeln ausgestattet ist. Es gibt auch noch weitere, die der 3er und 4er Baureihe.

Aber widmen möchten wir uns heute einem besonderen Exemplar, dem Kinzler Break Dance No. 1 | Official Site.

Typ: Break Dance No.1 (Baureihe Break Dance No.2)
Hersteller: HUSS Bremen
Premiere: 1987
Kapazität: 1800 Personen / Stunde
Fahrgäste: maximal 48 / Fahrt, verteilt auf 24 Gondeln (6×4)
Geschwindigkeit der Platte: 12/min
Geschwindigkeit der Gondelkreuze: 28/min
Größe (BxTxH):25,5m x 25,0m x 14m
Anschluss: 250kW (120kW für Betrieb / 130kW für Beleuchtung)

Breakdance bei Nacht
Das Fahrgeschäft besteht aus einer leicht geneigten 18-eckigen Drehscheibe, auf der sich in gleichmäßigem Abstand sechs Gondelkreuze befinden. Charakteristisch für dieses Fahrgeschäft sind auch die typischen Getriebegeräusche des Drehscheibenantriebes, die sich als Heulen oder Singen äußern, besonders beim Beschleunigen und Abbremsen. Teilweise wurden die Anlagen bereits auf geräuschärmere Antriebe umgerüstet. An den Gondelkreuzen sind jeweils vier Gondeln befestigt. In jeder Gondel können bis zu zwei Fahrgäste Platz nehmen. Die Drehscheibe und die Gondelkreuze werden durch Elektromotoren angetrieben und die Gondeln dadurch in eine kombinierte Drehung versetzt. Ähnlich wie die Drehscheibe sind die Gondeln schräg an den Gondelkreuzen befestigt, können jedoch frei um ihre eigene Achse schwingen.

Break Dance No1_2 Break Dance No1_3
Die Schrägstellungen, die Kombination zweier gegenläufiger Drehungen (Drehscheibe linksherum, Gondelkreuze rechtsherum), und die frei beweglichen Gondeln sorgen für das charakteristische Fahrgefühl dieses Fahrgeschäftes. Aufgrund der wilden und oftmals nur schwer vorhersehbaren und ständig ändernden Fahrtbewegung lehnt sich der Name daher an den Breakdance-Tanzstil an.

Die Bewegungen der Gondeln hängen von einer Vielzahl von Einflüssen ab, die teilweise zufällig bedingt sind. Aus diesem Grund ist der Ablauf einer Fahrt weder vom Ride-OP noch vom Fahrgast immer absehbar und steuerbar.

Prinzipiell ist die Drehung der Gondel um die eigene Achse meistens innerhalb eines bestimmten Drehwinkelbereich schwingend, seltener dreht sich die Gondel schlagartig komplett um die eigene Achse oder bleibt auf ein Drehzentrum wie zum Beispiel die Gondelkreuze ausgerichtet. Durch geschickte Verlagerung des Körpergewichts kann ein Fahrgast die Gondel auch in einen Zustand länger anhaltender bis zu permanenter Rotation versetzen. In der Szene der Kirmes-, Fahrgeschäfts- und Achterbahnfans wird dies meist als „sporten“ bezeichnet, da der Fahrgast teilweise mit großem Krafteinsatz gegen die Fliehkräfte arbeiten muss, um sein Gewicht zu verlagern.

Break Dance No1

Folgende Einflussfaktoren wirken sich auf Gondelbewegung aus:

* absolute Geschwindigkeit der Drehscheibe
* absolute Geschwindigkeit der Gondelkreuze
* Gewicht und Lage der Fahrgäste innerhalb der Gondel
* vorhandener Schwung der Gondel
* Wechsel von Geschwindigkeiten
* Position auf der Drehscheibe (aufgrund der Schrägstellung)

Die Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und sind oft auch nicht leicht ihrer Wirkung zuzuordnen, da beispielsweise der Geschwindigkeitswechsel selbst Einfluss nimmt, während die absolute Geschwindigkeit im jeweiligen Moment auch eine Rolle für das Gondelverhalten spielt.

Werden die Geschwindigkeiten konstant gehalten, stabilisiert sich nach kurzer Zeit ein gewisser Bewegungsablauf. Um das zu verhindern, und somit die Fahrt spannend zu halten, unterliegt die Geschwindigkeit in aller Regel einem ständigen Wechsel.

Trotz der vielfältigen Faktoren und Möglichkeiten der Drehung, sind gewisse Fahrelemente immer wieder auszumachen:

* langsame Drehscheibe und Gondelkreuze – die Gondeln schwingen sich im Wesentlichen abhängig von ihrer Position auf der Drehscheibe sehr langsam und in einem weiten Winkelbereich

* schnelle Gondelkreuze (Facelifting) – geringe Geschwindigkeit der Drehscheibe, hohe Geschwindigkeit der Kreuze. Die Gondeln richten sich in Richtung des Drehzentrums aus und schwingen kaum bis gar nicht. Es treten merkbar hohe G-Kraft auf, die einen in die Gondel drücken. Zusätzlich ist es noch möglich, bei dieser Fahrfigur die Gondelbremsen anzuziehen, wodurch die Gondeln festgesetzt werden.
* mittelschnelle Drehscheibe, schnelle Gondelkreuze – die Gondeln schwingen in weitem Winkel, und bleiben immer wieder für kurze Zeit in einem bestimmten Winkel stehen
* schnelle Drehscheibe – die Gondeln rasen sehr schnell auf den Außenrand der Drehscheibe zu und wechseln von dort aus ihre Richtung. Durch das Abbremsen am Rand und Beschleunigen in eine andere Richtung entsteht das Gefühl, ständig von der Drehscheibe geworfen zu werden.

Breakdance voll

Der Break Dance der Familie Kinzler ist ein Paradebeispiel, wie schön ein Break Dance aussehen kann. Eine Augenweide für jeden Besucher, aber auch ein noch nie dagewesenes Fahrgefühl, welches von Fahrt zu Fahrt immer unterschiedlich ist. Eine Fahrt mit diesem Exemplar ist auf jeden Fall ein MUSS – und die Showfahrten sind LEGENDÄR…

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