Veröffentlicht am: Mo, 8 Jan, 2018

Flüchtlinge: Klare Perspektiven und Hilfen schaffen Sicherheit

By feed@bundespresseportal.de (Redaktion)

Zum Beginn der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und
SPD bekräftigt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland,
die Forderungen nach gesellschaftlicher Teilhabe von Geflüchteten.

„Wer alles aufgibt und sein Leben riskiert um nach Europa zu gelangen, hat
schwerwiegende Gründe. Das gilt für unbegleitete Minderjährige, für junge Männer
und Familien in gleicher Weise. Wer dann völlig chancenlos bleibt, ohne
soziale und rechtliche Unterstützung oder fern der eigenen Familie, kann
schnell aus einer Ausweglosigkeit in einen kriminellen Strudel geraten“, so
Loheide.

„Was die Menschen brauchen, ist eine klare Perspektive: Wenn eine Rückkehr
kurzfristig nicht möglich ist, muss ein stabiler Aufenthaltstitel mit Zugang zum
Arbeitsmarkt gewährt werden. Die Wohnpflicht in Gemeinschaftsunterkünften muss
wieder auf max. sechs Monate beschränkt und die Aussetzung des Familiennachzugs
für subsidiär Schutzberechtigte sofort beendet werden. Die unabhängige und
unentgeltliche Rechtsberatung für Asylbewerber sollte unbedingt umgesetzt
werden“, formulierte Loheide die Erwartungen der Diakonie an die kommenden
Sondierungsgespräche.

Zudem fordert die Diakonie bessere Unterstützungs- und Beratungsangebote
insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Dies ist nicht nur
menschenrechtlich geboten, sondern auch unter dem Aspekt der Kriminalprävention
sinnvoll: Das jüngste Gutachten des Kriminalwissenschaftlers Christian Pfeiffer
belege eindrucksvoll, dass fehlende Teilhabe und Versäumnisse bei der
Prävention auch zu Gefährdungen für die Aufnahmegesellschaft führen können,
unterstreicht Loheide.

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